Bericht zur Online-Diskussion: E-Mobilität in der Praxis

Am Dienstag, den 19. Januar 2021 hatten wir wieder zu einem Online-Themenabend eingeladen. Rund 25 Interessierte diskutierten mit Harald Moritz und seinen Gästen, Jörg Welke von der Berliner Agentur für Elektromobilität (eMo) und Georg Kössler, dem Sprecher für Umwelt- und Klimaschutz der Abgeordnetenhausfraktion von BÜNDNIS’90/DIE GRÜNEN.

Harald Moritz stellte zu Beginn aktuelle Zahlen vor. Der Anteil der E-Autos beträgt in Berlin inzwischen 30 Prozent, wie die Berliner Zeitung am 15.01.21 berichtete. Dies sei grundsätzlich erfreulich, reiche für Klimaschutz und Verkehrswende aber noch nicht aus. Er unterstrich das politische Ziel, die Innenstadt ab 2030 für PKW mit Verbrennungsmotoren zu sperren. Die Einführung einer Citymaut könnte zudem bereits im Vorfeld zur Erreichung der Ziele beitragen. Jörg Welke von der eMO belegte zunächst, dass die Klimabilanz von PKWs mit E-Antrieb deutlich besser ist als von PKW mit herkömmlichen Antrieben. Mit dem Hochlauf der E-Mobilität zeigte er sich weitgehend zufrieden. Die Anzahl der Ladesäulen wachse mit dem Bedarf. Allerdings müsse die Lade-Infrastruktur vor allem in den Außenbezirken noch stärker ausgebaut werden, in Treptow-Köpenick gibt es zur Zeit gerade einmal 63 Ladesäulen. Georg Kössler machte deutlich, dass die Effizienz der Fahrzeuge verbesserungswürdig sei. Für eine komplette Elektrifizierung des MIV müsse die regenerative Energieerzeugung immens gesteigert werden. Daher sei es gleichzeitig unverzichtbar, die Mobilität auf andere Verkehrsträger wie ÖPNV, Fahrrad oder geteilte Mobilität zu verlagern. Die Wasserstoff-Technologie sei aufgrund ihrer geringeren Effizienz besser für größere Antriebe, wie zum Beispiel Busse, LKW, Lokomotiven oder Schiffe geeignet. Auch die Herstellung der Batterien sei bislang bedenklich. Die Rohstoffe werden zum Großteil in Entwicklungsländern unter problematischen Bedingungen gewonnen. Hier könne nur ein Lieferkettengesetz Abhilfe schaffen, um Arbeits- und Umweltstandards zu verbessern. In der anschließenden Diskussion mit den weiteren Teilnehmer*innen ging es unter anderem darum, welche Anreize für einen Umstieg sinnvoll wären, ob der Ausbau der Lade-Infrastruktur von privater oder staatlicher Seite erfolgen solle und unter welchen Bedingungen der Ausbau der E-Mobilität den Zielen der Verkehrswende und des Klimaschutzes förderlich sei.

Einig waren sich die Beteiligten darin, dass es im Sinne des Klimaschutzes nicht Ziel sei, jeden jetzigen PKW mit Verbrennungsmotor durch einen mit E-Antrieb zu ersetzen. Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) müsse weiter sinken, um sowohl die Klimaschutzziele zu erreichen, als auch die Verkehrswende voranzubringen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf den Seiten der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Weitere Standpunkte zu Mobilität und Klimaschutz finden Sie auf den Seiten des Berliner Landesverbandes von BÜNDNIS’90/DIE GRÜNEN und den Seiten unserer Bundestagsfraktion.

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