Chefplaner belastet Flughafengesellschaft

Harald Moritz, verkehrspolitischer Sprecher und Andreas Otto, baupolitischer Sprecher und Obmann im Untersuchungsausschuss, sagen mit Blick auf die Sitzung des Untersuchungsausschusses:

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft hat im Mai durch die Entlassung des Generalplaners die Fertigstellung des Terminals aktiv behindert und durch mangelndes Krisenmanagement bis mindestens 2016 verzögert. Das hat die Befragung des Zeugen Hans-Joachim Paap, Chefplaner des Flughafens, in der Sitzung des Untersuchungsausschusses ergeben.

Interessantes Detail: Der Aufsichtsrat hat den Generalplaner weder 2011, noch in der wichtigen Sitzung im April 2012 angehört. Erst nach der Absage im Mai 2012, als die Regierungschefs Wowereit und Platzeck ihre eigenen Köpfe retten wollten, wurde der Generalplaner einbestellt, entlassen und anschließend verklagt.

Der Zeuge Paap hat erläutert, dass der Flughafen neben dem Terminal weitere Fertigstellungsmängel gehabt hätte, die einer Eröffnung am 3. Juni 2012 im Wege standen. So seien die Notstromaggregate und Parkhäuser nicht abgenommen gewesen, das W-LAN-Netz und auch die Datenleitung zur Feuerwache hätten nicht funktioniert.

Als wesentliche Ursachen der Bauverzögerung bezeichnete der Zeuge die Fülle an Planungsänderungen, die durch die Flughafengesellschaft selbst bis in das Jahr 2012 hinein verursacht wurden. So seien mehrfach neue Bauanträge und -genehmigungsverfahren nötig gewesen. Das Bauordnungsamt hätte schlechte Erfahrungen mit politischer Einflussnahme auf Bauabnahmen bei dem Vorhaben „Tropical Island“ gehabt und wollte deshalb am BER kein Risiko eingehen.

Der Untersuchungsausschuss wird intensiv prüfen müssen, welche Versuche politischer Einflussnahme es auf das Bauordnungsamt gegeben hat. Vielleicht hat im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft die Hoffnung bestanden, die Brandenburger Staatskanzlei würde das mit der Bauabnahme schon irgendwie regeln.

 

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